Zehn Tage quer durch Marokko – von den bunten Souks in Marrakesch bis zu den stillen Dünen der Sahara. Eine Route, die sich für mich zu einer der intensivsten Reisen der letzten Jahre entwickelt hat. Und eine, die sich auch für Einsteigerinnen und Einsteiger anbietet: das Land ist überraschend einfach zu bereisen, selbst wenn man kein Arabisch oder Französisch spricht.
In diesem Bericht teile ich die Route, die Kosten, die Lowlights (ja, die gab’s) und worauf ich beim nächsten Mal achten würde.
Tag 1-3: Marrakesch – die Reizüberflutung
Ankunft am Flughafen Marrakesch-Menara, eine halbstündige Taxifahrt in die Medina. Die ersten Eindrücke treffen dich mit voller Wucht: Motorroller, die durch fußbreite Gassen knattern. Duftwolken aus Minze, Gewürzen, gebratenem Lamm. Verkäufer, die auf Deutsch, Englisch und Französisch gleichzeitig rufen. Wer zum ersten Mal in Nordafrika ist, braucht ein paar Stunden, bis er sich in dieser Dichte zurechtfindet.

Mein Tipp: Buche die erste Nacht in einem Riad in der Medina, nicht in einem modernen Hotel außerhalb. Der Weg vom Flughafen ist ein erster Lernmoment – und wer nicht mitten im Geschehen wohnt, verpasst das Beste.
Tag 4-5: Atlasgebirge – die Pause
Nach den lauten Marrakesch-Tagen war das Atlasgebirge genau richtig. Mit einem gemieteten Fahrer drei Stunden in die Berberdörfer des Hohen Atlas, dann zwei Tage Wandern auf überschaubaren Routen. Empfehlung: Imlil als Basisort, von dort aus sind Halbtagestouren in die umliegenden Täler möglich – ohne schwere Ausrüstung.
Tag 6-8: Die Sahara
Das eigentliche Highlight der Reise. Von Marrakesch aus ist Merzouga am Rand der Sahara per Nachtbus in etwa 12 Stunden zu erreichen – oder per privatem Transfer in 10 Stunden. Ich habe mich für den Bus entschieden und es nicht bereut. Die Fahrt selbst ist schon Teil des Abenteuers, man sieht das Land sich langsam verändern.
In Merzouga startet die Kameltour in die Dünen. Eine Nacht im Berberzelt inmitten der Wüste, Abendessen am Lagerfeuer, Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung. Das war der Moment, in dem die Reise für mich ihre endgültige Rechtfertigung gefunden hat.
Tag 9-10: Rückweg über Ait-Ben-Haddou
Auf dem Rückweg Stopp in der befestigten Lehmstadt Ait-Ben-Haddou – UNESCO-Welterbe und Drehort zahlreicher Hollywood-Produktionen. Wer sich für Architektur und traditionelle Bauweise interessiert, sollte mindestens einen halben Tag einplanen.
Kosten und Fazit
- Flug: ab Berlin rund 260 Euro hin und zurück (Frühbucher)
- Unterkunft: 20–40 Euro pro Nacht im Riad oder Gasthaus
- Transport: Überlandbusse sind günstig, 15–25 Euro für längere Strecken
- Essen: Ein Tajine-Gericht im einheimischen Restaurant unter 5 Euro
- Sahara-Tour: 80–120 Euro für zwei Tage inkl. Kamel, Zelt, Essen
Gesamtbudget: etwa 700 Euro für zehn Tage. Ein Reiseziel, das überrascht – und eines, zu dem ich definitiv zurückkehren werde.