Wanderrucksack mit Fleecejacke, Mütze, Stirnlampe und Thermoskanne auf einer Holzbank vor herbstlichen Lärchen

Zwiebelprinzip im Oktober: So packe ich für Wandertouren im Herbst

Der Oktober ist für mich einer der schönsten Monate zum Wandern. Die Wege sind leerer, die Luft ist klar, und wenn die Lärchen gelb werden, sieht jeder Hang aus wie frisch gestrichen. Gleichzeitig ist es der Monat, in dem ich am häufigsten falsch gepackt habe. Morgens liegt Raureif auf der Wiese, mittags ist in der Sonne T-Shirt-Wetter, und am Nachmittag zieht Nebel ins Tal, der sich gefühlt zehn Grad kälter anfühlt.

Über die Jahre habe ich mir eine Packweise angewöhnt, mit der ich bei so einem Wetter nicht mehr friere und trotzdem nicht mit einem überladenen Rucksack losziehe. Hier ist sie, Schicht für Schicht.

Die unterste Schicht entscheidet

Alles beginnt direkt auf der Haut. Baumwolle lasse ich im Herbst komplett zu Hause, weil sie Schweiß aufsaugt und dann nass und kalt am Körper klebt. Stattdessen trage ich ein Funktionsshirt aus Merinowolle oder Kunstfaser. Merino riecht auch nach zwei Tagen noch erträglich, Kunstfaser trocknet schneller. Für Touren mit Übernachtung nehme ich ein zweites Shirt mit, das ausschließlich für abends und die Nacht gedacht ist. So habe ich immer etwas Trockenes zum Wechseln.

Wärme, die man schnell an- und ausziehen kann

Die mittlere Schicht ist bei mir eine dünne Fleecejacke oder ein leichter Pullover aus Wolle. Wichtiger als die Dicke ist, wie schnell sie im Rucksack verschwindet. Beim Aufstieg schwitzt man auch bei kühlem Wetter, oben am Grat oder in der Pause kühlt man dagegen innerhalb weniger Minuten aus. Mein Grundsatz: Ich ziehe die Jacke aus, bevor ich schwitze, und wieder an, bevor ich friere. Klingt banal, macht aber den größten Unterschied.

Dazu kommt eine leichte Isolationsjacke mit Daunen- oder Kunstfaserfüllung. Die bleibt meistens im Rucksack und kommt nur bei längeren Pausen, am Gipfel oder abends vor der Unterkunft heraus. Kunstfaser ist mir im Herbst lieber, weil sie auch im feuchten Nebel noch wärmt.

Die äußere Hülle gegen Wind und Regen

Eine wasserdichte, atmungsaktive Jacke gehört im Oktober immer in den Rucksack, auch wenn der Wetterbericht nur Sonne zeigt. Wind ist in den Bergen oft das eigentliche Problem, nicht der Regen. Eine Regenhose nehme ich bei Tagestouren nur mit, wenn Schauer angesagt sind. Bei mehreren Tagen ist sie grundsätzlich dabei.

Auch bei den Schuhen denke ich im Herbst anders. In höheren Lagen kann im Oktober schon der erste Schnee liegen, und auf schattigen Nordseiten bleiben Wege nach einer kalten Nacht oft bis mittags vereist. Ich wandere dann in knöchelhohen Bergschuhen mit griffiger Sohle und habe für exponierte Stellen leichte Grödel dabei. Nasses Laub auf Steinstufen ist tiefer im Tal übrigens kaum weniger rutschig als Reif, gerade beim Abstieg mit müden Beinen.

Die Kleinigkeiten, die ich früher vergessen habe

Ausgerechnet die kleinen Teile retten mir im Herbst regelmäßig den Tag. Diese Dinge packe ich inzwischen ein, ohne darüber nachzudenken:

  • Mütze und dünne Handschuhe, auch wenn im Tal die Sonne scheint
  • ein Schlauchtuch für Hals und Gesicht
  • eine Stirnlampe mit vollen Akkus, weil es spürbar früher dunkel wird
  • Ersatzsocken in einem wasserdichten Beutel
  • eine Thermoskanne mit Tee statt nur kaltem Wasser
  • ein Sitzkissen aus Schaumstoff für Pausen auf kaltem Stein

Gerade die Stirnlampe unterschätzen viele. Im Oktober reicht eine kleine Verzögerung am Nachmittag, und der Abstieg endet in der Dämmerung. Nach der Zeitumstellung Ende Oktober wird es abends noch einmal eine Stunde früher dunkel.

Ein letzter Punkt, bevor du losgehst: Viele Hütten und Bergbahnen beenden im Herbst ihre Saison. Ich prüfe vor jeder Tour, was noch geöffnet hat, und plane so, dass ich im Zweifel ohne Einkehr auskomme. Mit einem gut gepackten Rucksack wird daraus einfach ein ruhigerer Tag am Berg.